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Mit Kopf und Herz: Solidara Zürich feiert seinen 160. Geburtstag

In der Zürcher Predigerkirche trafen sich am 23. November 2022 rund 150 Personen zur Feier des Geburtstagskinds Solidara Zürich.

Von weitem schon hört man in den Gassen des Niederdorfs klassische Musik, es klingt als wäre ein ganzes Orchester am Spielen. Es ist aber nur ein Mann am Akkordeon. Der Musiker aus der Ukraine sitzt vor dem Eingangstor der Predigerkirche und verzaubert das Publikum mit seinen Klängen. Dass er dasitzt, ist für uns ein Glücksfall. Denn ursprünglich hatten wir zwei Strassenmusiker aus Rumänien engagiert, die im Café Yucca zu Gast sind. Doch seit Wochen waren sie nicht mehr gesehen worden. Mussten sie weiterreisen? Hatten sie mit den Behörden Schwierigkeiten bekommen? Niemand wusste etwas und telefonisch waren sie nicht zu erreichen. Ein paar Stunden vor Beginn der Feier schlug Judith vom Yucca-Team vor, den Akkordeonisten zu engagieren, den sie regelmässig vor der Wasserkirche spielen hört.

Jubiläumsfeier «160 Jahre Solidara Zürich» (Credits: Markus Breulmann, SOURCE)

Ein Salat gibt Rätsel auf

Hans Briner, Präsident von Solidara Zürich, eröffnet den offiziellen Teil und bedankt sich beim Kirchenkreis eins für den Raum. Pfarrer Christoph Sigrist hält eine Laudatio auf die Zürcher Stadtmission, die er in eine Lamentatio umbenennt, eine Klage über die elenden Zustände in der Stadt Zürich zur Zeit der Gründung im Jahr 1862. Im Zentrum des Handelns müsse der Mensch in Not als Subjekt stehen, als Handelnder. Für die Zukunft der Diakonie sieht Sigrist einen interreligiösen Ansatz, «denn es gibt keine reformierten Suppen, es gibt nur gute Suppen».

Es gibt keine reformierten Suppen, es gibt nur gute Suppen.

Christoph Sigrist, Pfarrer am Grossmünster Zürich

Geschäftsführerin Beatrice Bänninger gibt dem Publikum als Erstes ein Rätsel auf und hält einen Salatkopf in die Höhe. Im Rückblick auf die vergangenen 160 Jahre stellt sie Unterschiede zur heutigen Zeit und überraschend viele Gemeinsamkeiten fest. Die Zürcher Stadtmission sei im Hinblick auf die leeren Kirchenbänke gegründet worden. Doch heute stehe nicht die Bibel im Vordergrund, sondern die Frage «Was brauchst du?». Auch heute noch fallen viele Menschen durch die Maschen des sozialen Netzwerks, für sie sind die Angebote von Solidara da. Damals wie heute sind die Hilfsangebote begrenzt, die Bedürfnisse aber unbegrenzt. Diese Spannung im Beratungsalltag auszuhalten, brauche Kopf und Herz. In dem Sinne sei die Arbeit des Teams des Café Yucca mit einem Kopfsalat vergleichbar: «Der Kopfsalat ist das einzige Gemüse, bei dem Kopf und Herz so nahe zusammenliegen». Im Anschluss stellt sich das Yucca-Team vor und lädt die Anwesenden ein, ins Gespräch zu kommen.

Zum Ausklang des Festes spielt das Duo «lizard and the deer» Lieder, die zu Herzen gehen: Fröhliche und melancholische Klänge hallen durch die Predigerkirche.

Es war eine schöne Feier, allen Beteiligten sei herzlich gedankt!

Kari-Anne Mey, Öffentlichkeitsarbeit