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Dossier Sexarbeit: Grundhaltung von Solidara Zürich, vormals Zürcher Stadtmission

«Solidara Zürich ist ein kirchliches Werk, das sich für die Würde aller Menschen einsetzt. Insbesondere für jene, welche von der Gesellschaft ausgegrenzt werden, einsam sind oder sich in schwierigen Lebenssituationen befinden».

Sexarbeit als Gewerbe

Das Thema Sexarbeit birgt gesellschaftlichen Zündstoff, rührt es doch an Fragen wie Macht, das Verhältnis von Frauen und Männer zueinander, Wertevorstellungen hinsichtlich sexueller Moral, Gewalt, Abhängigkeit, Geld, bis hin zu städtebaulichen Diskussionen darüber, wo dieses Gewerbe stattfinden soll.

Eines ist klar: das Sexgewerbe lässt sich nicht verbieten. Verbote bewirken, dass sich das Gewerbe in den Untergrund bewegt, mit schwerwiegenden Folgen für die Sexarbeitenden – in der Illegalität sind sie ausbeutbar und gegen Gewalt seitens Freier oder Zuhälter schlecht geschützt. Manche Sexarbeitende wählen bewusst diesen Beruf, andere zwingen ökonomische Nöte zu diesem Gewerbe, oft auf Grund der Situation in ihrem Herkunftsland.

Solidara Zürich anerkennt die Sexarbeit als ein legales Gewerbe. Es gilt für dieses Gewerbe Arbeitsbedingungen zu schaffen, die menschenwürdig sind. Solidara Zürich setzt sich mit ihrer Anlauf- und Beratungsstelle Isla Victoria für Sexarbeitenden ein. Isla Victoria respektiert die Lebens- und Arbeitssituation der Sexarbeitenden und nimmt für sie Partei. Isla Victoria arbeitet mit folgenden Grundhaltungen:

  • Respekt und Achtung gegenüber der Würde der Sexarbeitenden
  • Sexarbeitende sollen selbstbestimmt arbeiten können
  • Aufzeigen von Perspektiven zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen
  • Gewaltbetroffene Personen werden unterstützt und dabei gestärkt, für ihre Rechte einzustehen
  • Freier werden aufgefordert, die Sexarbeitenden zu respektieren und Wert auf «fair and safe sex» zu legen
  • Prävention von HIV/ Aids, STI und allgemeine Gesundheitsprävention
  • Unterstützung von Sexarbeitenden beim Ausstieg aus der Sexarbeit
  • Förderung der gesellschaftlichen Anerkennung der Sexarbeit
  • Vernetztes Arbeiten mit anderen Fachstellen

Unterstützen Sie die Rechte der Sexarbeitenden

Die Sexarbeit ist ein legales Gewerbe. Dies will die Kampagne «Für eine Schweiz ohne Freier. Stopp Prostitution» ändern. Bestraft werden sollen die Kunden, die eine Dienstleistung kaufen wollen. Dies führt zu einer absurden Situation – die Sexarbeitenden dürften zwar ihr Gewerbe betreiben, aber ihre Kunden machten sich strafbar.

So wird das Gewerbe in die Illegalität abgedrängt. Im Verborgenen können sich die Sexarbeitenden schlecht gegen Ausbeutung und Gewalt wehren. In der Illegalität sind auch diejenigen Menschen nicht erreichbar, die Sexarbeit unter Zwang ausüben: Opfer von Menschenhandel.